Spiegel Dich im Pferd

Der Be-Wertepiegel

“Gelingt es Dir, Deine Wahrnehmung von Deinen Interpretationen zu trennen?”

Gar nicht so einfach, oder? Sind wir nicht ständig im Modus des Bewertens?
Von Situationen und Ereignissen, von Menschen, die in diesen Zusammenhängen stehen oder uns begegnen?
Unabhängig davon, ob wir eng oder weniger eng mit ihnen verbunden sind? Sie uns im wahren Leben begegnen oder auch in den sozialen Medien?
Über alles und Jeden bilden wir uns blitzschnell, in Sekunden eine Meinung, und sind davon überzeugt, dass es die Wahrheit ist.

Die Wahrheit ist jedoch, dass unsere Wahrnehmung und Interpretationen ein höchst persönliches und subjektives Gut sind. Entsprungen und begründet auf unseren Erfahrungen und den damit verbundenen Emotionen, Gefühlen und Empfindungen, die wir dazu auf unserer Festplatte abgespeichert haben.

Mit Hilfe dieser Festplatte „ordnen“ wir also Menschen und Geschehnisse ein. Von dieser „Verortung“ sind wir abhängig. Bewusst, in den meisten Fällen jedoch unbewusst. Sie, die Verortung und Bewertung, entscheidet darüber, was wir denke, fühle und auch wie wir handeln.

Wechseln wir doch mal die Perspektive und schauen uns das Thema Wahrnehmung und Interpretation aus Sicht der Pferde an!

Von der Beobachtung einer Pferdeherde können wir einiges für uns einiges mitnehmen und lernen. Eine Pferdeherde, die auf der Weide steht oder an einer Heuraufe frisst, wirkt auf uns zunächst sehr gemächlich und beruhigend. Dennoch registrieren wir ein Ohrenanlegen, ein Kopfheben, eine kleine Seitwärtsbewegung, ein Schnaufen und vieles mehr. Wir beobachten, wie es kurzfristig zu kleineren Rangeleien unter den Pferden kommt und es sich kurz danach auch wieder beruhigt. So, als sei nichts gewesen. Den ungeübten Beobachtern, fällt es schwer, die einzelnen Reaktionen und Geschehnisse der Pferde hinsichtlich ihrer Bedeutung richtig zu verstehen.

Was tun wir instinktiv?

Wie legen unsere persönlichen Maßstäbe des Bewertens an und können erfahren, dass einiges von dem was mir meinen, dass es zwischen den Pferden passiert sei stimmt, aber ganz viel eben nicht. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes unserer persönlichen Interpretationen „aufgesessen“.

So ergeht es uns doch häufig auch im wahren Leben, also in der Begegnung mit Menschen, richtig? Manche Reaktionen oder Interaktionen interpretieren wir sofort als Konflikt, schnell fühlen wir uns übervorteilt, ausgenutzt, hintergangen und ziehen uns „gesäuert“ zurück. Wir beurteilen und bewerten das Verhalten und die Aussagen des anderen und stecken ihn, oder „es“, vorschnell in eine Schublade. Schublade auf und zu.

Bei Pferden ist es nichts so!

Pferde drücken direkt, ehrlich und sofort ihre Wünsche sowie ihr Missfallen aus und der Rest der Herde reagiert darauf.

Entweder wird dem Bedürfnis oder dem Anliegen des Pferdes entsprochen oder eben nicht. Dabei gibt es sicherlich mehrere Stufen des Abgrenzens und manchmal wird der Konflikt auch körperlich deutlich ausgefochten. Aber im nächsten Moment ist wieder Frieden da. Die Pferde tragen sich untereinander nichts nach, weder das Erfüllen eines Wunsches und auch nicht das Nicht-Erfüllen.

Letztendlich ist die Herde für das Pferd alles. Die Aufgabenverteilung der Pferde untereinander sorgt dafür, dass jedes Herdenmitglied genug zu essen und zu trinken bekommt, sein Schlafbedürfnis erfüllen wird und die Zuwendung bekommt, die es braucht. Pferde sind wertfrei im Umgang miteinander und vor allen Dingen, nicht nachtragend.

Für Pferde ist es, wie es ist. Hier und Jetzt.

Es hilfreich, besonders derzeit, wenn wir im Umgang miteinander öfters mal unsere Beobachtungen und das eigene Urteil in Frage stellen. Wenn wir versuchen, wertfreier zu beobachten und die Beweggründe des anderen wirklich verstehen zu wollen. Auch mal durch bloßes Nachfrage? Hin zu statt weg von…

Vielleicht gelingt es uns dann, neue, ganz kreative und konstruktive Wege zu gehen, um gemeinschaftliche Lösungen zu finden und eine Situation (oder was auch immer) wertfrei hin- und anzunehmen, was sie letztendlich nur ist: eine Situation.

Einige von Euch waren live bei unserem letzten Geistesblitz-Event ‚Spiegel Dich im Pferd“ dabei. Wir haben Euch eine kleine Sequenz zusammengestellt und Uschi Weidenbusch-Baist (Hof Akita), die Fachfrau in Sachen Pferde und innere Führung, kommentiert es für Euch!

Pferde an der Heuraufe

Wenn Du jetzt (wieder) Lust und Laune bekommen hast, beim nächsten „Beobachtungs-Event“ dabei zu sein, dann melde Dich hier für den nächsten Event an:

Anmeldung zum Werkstatt Tag

Alle 3 Monate – Kostenfreier Event auf dem Hof Akita

Wir freuen uns, wenn Du uns schreibst, wie Dir die Pferdesequenz gefallen hat oder was Dir im Zusammenhang mit dem Thema Pferd und/oder den mentalen Geistesblitzen ein- oder auffällt!

Mit Herz, Leidenschaft und Überzeugung, Dein WARUMWerkstatt-Team

WebWerken: Wendepunkt statt Wendehals – Teil 2

Wendepunkt statt Wendehals – Deine Veränderung aktiv und systematisch gestalten

Online-Workshop

Ich hab dich lieb, so hoch ich reichen kann“, sagte der große Hase.

Das ist ziemlich hoch, dachte der kleine Hase.

Ach, wenn ich doch auch nur so lange Arme hätte.

Sobald man sich mit seinen Gefühlen beschäftigt, stößt man schnell auch auf den Begriff Emotion. Und wenn man dann für sich kurz überlegt, was der Unterschied ist, kann man das erstmal gar nicht so genau erklären, richtig?

Die Begriffe Emotion und Gefühle werden häufig als Synonym verwendet, dabei sind Gefühle nur ein Teilaspekt von Emotionen.

Emotionen sind eine akute Reaktion auf ein dir bedeutsames Ereignis.

Wohingegen das Gefühl nur das bewusste Erleben ist, umfasst die Emotion mehrere Ebenen:

  1. das bewusste Gefühl
  2. deine veränderte Bereitschaft zu handeln
  3. körperliche Reaktion wie (Muskelanspannung, Herzrasen, Schwitzen,…)
  4. dein Ausdruck wie Mimik, Gestik oder auch Tonfall
  5. deine Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, dein Denken und auch dein Erinnerungsvermögen

Viel mehr gibt es da gar nicht zu sagen. Wichtig ist nur, dass uns klar ist, dass zu deinen Emotionen noch viel mehr gehört als das bewusste Erleben.

Dein kompletter Körper, dein Geist und deine Seele reagieren darauf.

Gefühle haben bestimmte Funktionen und helfen dir, dich zu orientieren. Sie geben Aufschluss darüber, was du brauchst (deine Bedürfnisse), wo deine Grenzen sind und was du tun musst, damit es dir gut geht. Bei den körperlichen Bedürfnissen und entsprechenden Gefühlen ist das den meisten Menschen bewusst. So signalisiert dir dein Hungergefühl, dass du etwas essen musst.

Aber leider gibt es neben den Gefühlen, die auf deine körperlichen Bedürfnisse hinweisen, auch Gefühle wie Angst, Wut, Scham, Peinlichkeit oder Stolz, die deine sozialen Bedürfnisse nach Liebe, Anerkennung oder Geborgenheit prägen.

Eigentlich sollen dich Gefühle dazu bringen, dass du handelst.

Besonders in lebensbedrohlichen Situationen ist das überaus wichtig. Stell dir mal vor, du hättest keine Angst, wenn sich vor dir eine giftige Schlange über den Weg schlängelt.

Andauernd wägt deine innere Stimme ab, wie du einzelne Situationen einzuschätzen hast und was du am besten tun, denken und ausdrücken sollst, damit deine Bedürfnisse befriedigt werden.

Das Gefühl, dass du dann bewusst erleben kannst, hat etwas damit zu tun, welche Bedürfnisse du in dir hast. Welche davon bedroht sind, welche befriedigt sind und welche eben noch nicht.

Das führt dich dazu, dass du motiviert bist und zielgerichtet handelst. Wäre alles in deinem Leben bedeutungslos und nichts würde ein Gefühl in dir auslösen, wärst du ziemlich planlos, verloren und aufgeschmissen.  

Soweit so gut.

Aber leider reicht dein reines logischen Denken nicht alleine aus, um dich für etwas zu motivieren und zu handeln. Stehen Veränderungen an, ob Kleine oder Große, tauchen plötzlich Ängste in uns auf. Irrationale Ängste. Denn Veränderungen sind keine Schlangen, die uns vergiften könnten oder Tiger, der uns frisst. In erster Linie ist eine Veränderung eine Veränderung – nicht mehr und nicht weniger. Nur ein Wort. Alles was damit zusammen hängt, Entscheidungen treffen, Konsequenzen aushalten und sich aus der Komfortzone herausbewegen, spielt sich lediglich zwischen unseren beiden Ohren ab. Es sind unsere Gedanken, die uns (irrational) Angst machen, uns abhalten etwas zu tun, zu verändern.

Verinnerliche mal eine Situation in deinem Leben, in der du deine Angst überwunden hast und es zu einer Veränderung kam. Wie war es danach? Warst du nicht voller Stolz und fragtest dich danach, warum habe ich eigentlich vorher so lange gezaudert?

Nun denn, hier eine Überlegung von mir:

Zwischen dem ersten Schritt, dem gehen und dem zweiten Schritt, eine Veränderung folgen zu lassen, ist ein Raum. In diesem Raum sind in dir die Funken von Hoffnung, Glaube, Zuversicht, Mut und Kraft und vieles mehr vorhanden.

All das fängt langsam aber sicher an zu sprühen, wenn das große Ganze „sieht“, dass du dich und deine Ängste überwinden willst. Denn wie kann es sein, dass du plötzlich den Weg einer möglichen Lösung vor Augen hast und Wochen zuvor dich mit deinen Gedanken immer nur im Kreis gedreht hast?

Der Schlüssel liegt darin, die Tür zu deinem Raum zu öffnen. Dort findest du deine gute innere Leitlinie, auf die du vertrauen kannst und dir Hinweisschilder und Wegweiser bereithält. Sie zeigen dir eine Richtung an, geben dir eine Orientierung.

Das innere „Haus“ deiner Orientierung stellt sich nämlich deiner Ängste, Bedenken und Gedankenstrudel.

Frage dich in deinem Leben fortwährend: „Was möchtest du vom Leben? Im Hier und Jetzt? Was ist dir wichtig? Was macht dich aus? Was willst du erreichen, was ist eher nicht deins? Welche Rahmenbedingungen willst du akzeptieren, welche nicht?

Die Antworten auf diese Fragen brauchen Zeit, denn wir sind nicht losgelöst aus allem und leben wie die Eremiten in der Höhle. Tagtäglich sind wir den Einflüssen und Prägungen unserer verschiedenen Lebensbereiche ausgesetzt: Familie, Freunde, Freizeit, Beruf, Gesundheit usw.

Es braucht Geduld und Gelassenheit, die Einflüsse und Prägungen auseinanderzudröseln, um in dein inneres Haus der Orientierung zu kommen. Und mein Lieblingsspruch von Martin Buber an dieser Stelle: Man wächst am DU und nicht nur am ICH“.

Vielleicht ist unser Online-Workshop genau das Richtige für dich. In einer kleinen Gemeinschaft und deinem vorab geklärten Anliegen, gehen wir systematisch, Schritt für Schritt, gemeinsam deine individuelle Lösung an.

Wir von der WARUMWerkstatt® freuen uns auf Dich!

Von Herzen und mit Leidenschaft, Michaela Aragonés

PS: Ein kleiner Gedanke von Michel aus Lönneberga…

„Unfug denkt man sich nicht aus. Unfug wird es von ganz allein.