Unsere Spiegelwelt

Pferde an der Heuraufe auf dem Hof Akita ©WARUMWerkstatt

 

Aus unserem letzten Geistesblitz-Event ‚Spiegel Dich im Pferd“, haben wir eine kleine Sequenz zusammengestellt und Uschi Weidenbusch-Baist, die Fachfrau vom Hof Akita in Sachen Pferde und innere Führung, kommentiert es für Euch! Lies auch nach, was mit einem Perspektivenwechsel möglich sein kann. 

In jedem Quartal findet ein »Spiegel dich im Pferd-Tag« kostenfrei in lockerer Runde statt. Es ist immer wieder eine einmalige Erfahrung.

Der Be-Wertespiegel

Würde es Dir gefallen,
wenn Du deine Wahrnehmung
von Deiner Interpretation trennen könntest?

Gar nicht so einfach, oder? Sind wir nicht ständig im Modus des Bewertens?
Von Situationen und Ereignissen, von Menschen, die in diesen Zusammenhängen stehen oder uns begegnen? Unabhängig davon, ob wir eng oder weniger eng mit ihnen verbunden sind? Sie uns im wahren Leben begegnen oder auch in den sozialen Medien? 

Über alles und Jeden bilden wir uns blitzschnell, in Sekunden eine Meinung, und sind davon überzeugt, dass es die Wahrheit ist.
Die Wahrheit ist jedoch, dass unsere Wahrnehmung und Interpretationen ein höchst persönliches und subjektives Gut sind. Entsprungen und begründet auf unseren Erfahrungen und den damit verbundenen Emotionen, Gefühlen und Empfindungen, die wir dazu auf unserer Festplatte abgespeichert haben. Mit Hilfe dieser Festplatte „ordnen“ wir also Menschen und Geschehnisse ein. Von dieser „Verortung“ sind wir abhängig. Bewusst, in den meisten Fällen jedoch unbewusst. Sie, die Verortung und Bewertung, entscheidet darüber, was wir denke, fühle und auch wie wir handeln.

Wechseln wir doch mal die Perspektive und schauen uns das Thema Wahrnehmung und Interpretation aus Sicht der Pferde an!

Von der Beobachtung einer Pferdeherde können wir einiges für uns einiges mitnehmen und lernen. Eine Pferdeherde, die auf der Weide steht oder an einer Heuraufe frisst, wirkt auf uns zunächst sehr gemächlich und beruhigend. Dennoch registrieren wir ein Ohrenanlegen, ein Kopfheben, eine kleine Seitwärtsbewegung, ein Schnaufen und vieles mehr. Wir beobachten, wie es kurzfristig zu kleineren Rangeleien unter den Pferden kommt und es sich kurz danach auch wieder beruhigt. So, als sei nichts gewesen. Den ungeübten Beobachtern, fällt es schwer, die einzelnen Reaktionen und Geschehnisse der Pferde hinsichtlich ihrer Bedeutung richtig zu verstehen.

Was tun wir instinktiv?

Wie legen unsere persönlichen Maßstäbe des Bewertens an und können erfahren, dass einiges von dem was mir meinen, dass es zwischen den Pferden passiert sei stimmt, aber ganz viel eben nicht. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes unserer persönlichen Interpretationen „aufgesessen“.

So ergeht es uns doch häufig auch im wahren Leben, also in der Begegnung mit Menschen, richtig? Manche Reaktionen oder Interaktionen interpretieren wir sofort als Konflikt, schnell fühlen wir uns übervorteilt, ausgenutzt, hintergangen und ziehen uns „gesäuert“ zurück. Wir beurteilen und bewerten das Verhalten und die Aussagen des anderen und stecken ihn, oder „es“, vorschnell in eine Schublade. Schublade auf und zu.

Bei Pferden ist es nichts so!

Pferde drücken direkt, ehrlich und sofort ihre Wünsche sowie ihr Missfallen aus und der Rest der Herde reagiert darauf.

Entweder wird dem Bedürfnis oder dem Anliegen des Pferdes entsprochen oder eben nicht. Dabei gibt es sicherlich mehrere Stufen des Abgrenzens und manchmal wird der Konflikt auch körperlich deutlich ausgefochten. Aber im nächsten Moment ist wieder Frieden da. Die Pferde tragen sich untereinander nichts nach, weder das Erfüllen eines Wunsches und auch nicht das Nicht-Erfüllen.

Letztendlich ist die Herde für das Pferd alles. Die Aufgabenverteilung der Pferde untereinander sorgt dafür, dass jedes Herdenmitglied genug zu essen und zu trinken bekommt, sein Schlafbedürfnis erfüllen wird und die Zuwendung bekommt, die es braucht. Pferde sind wertfrei im Umgang miteinander und vor allen Dingen, nicht nachtragend.

Für Pferde ist es, wie es ist. Hier und Jetzt.

Es hilfreich, besonders derzeit, wenn wir im Umgang miteinander öfters mal unsere Beobachtungen und das eigene Urteil in Frage stellen. Wenn wir versuchen, wertfreier zu beobachten und die Beweggründe des anderen wirklich verstehen zu wollen. Auch mal durch bloße Nachfrage? Hin zu statt weg von…

Vielleicht gelingt es uns dann, neue, ganz kreative und konstruktive Wege zu gehen, um gemeinschaftliche Lösungen zu finden und eine Situation (oder was auch immer) wertfrei hin- und anzunehmen, was sie letztendlich nur ist: eine Situation.

Klarheit mit SWOT am Pferd

Auf einmal war alles anders.
Ein für uns nicht sichtbares „Etwas“, hielt uns plötzlich in Schach und dirigierte in jeglicher Hinsicht unseren Alltag.
Verbote und Einschränkungen folgten, viele Menschen erlitten Leid in Krankheit und Trauer, Existenzen auf dem Scheideweg. Eine nie erwartete Bedrohung steht also direkt vor unserer Tür.
So etwas kannten wir doch nur aus Filmen, oder? Doch nicht hier bei uns in Deutschland oder in Europa….
Plötzlich war uns allen klar, in welchen Abhängigkeiten, wir als Gesellschaft und jeder für sich betrachtet, steht.
Alles wurde infrage gestellt, Routinen unterbrochen.

Aber – es gab nicht nur Stillstand, richtig? Gab es nicht auch Platz für eine veränderte Achtsamkeit, spontaner Hilfsbereitschaft, unerwartet kreativer Lösungen, freundliche Solidarität und echtes Interesse am anderen?

Zwar konnten nicht alle, so wie die Natur, durch das Nachlassen von Hektik und dem Immer-Nur-Funktionieren-Wollen, aufatmen. Manche von uns fanden sich plötzlich in neuen Herausforderungen des „Immer-erreichbar-seins“ wieder.
Was verbirgt sich hinter den Schlagworten: Homeoffice, Homeschooling und „Wir machen es jetzt Digital“?

Wie schnell verliere ich MICH in diesem Sumpf?

Für uns alle rücken große Fragen, in das Zentrum unseres Seins:
Was macht diese unsichtbare Bedrohung tatsächlich mit mir?
Wo an welcher Stelle verliere ich mich selbst und lasse mich durch andere Meinungen und Einstellungen verunsichern?
Warum und wodurch werden in mir Ängste geweckt?
Warum falle ich in eine Lethargie, werde handlungsunfähig?
Welche Hindernisse oder (schön verdrängte) Schatten vergangener Tage stellten sich mir in den Weg, von denen ich glaubte, sie seien längst abgearbeitet?
Wo ziehe ich Grenzen, komme wieder zu mir selbst und finde neue, ungeahnte Ressourcen, die mich in eine andere Energie bringen?

Wenn wir diese Krise als „geschenkte“ Zeit zum achtsamen Wahrnehmen, zum Nachdenken UND zum Umdenken nutzen, dann kann Großes entstehen. Lasst uns gemeinsam diese Chance ergreifen und die Gelegenheit nutzen, anders auf unser Leben zu schauen. Vielleicht gelingt es uns, der Wirklichkeit eine wahrhaftig, besser Wendung zu geben. Zum Wohle aller und uns selbst. Mit unserer „SWOT-Analyse mit Pferd“, die wir an die Fragen dieser aktuell dynamischen Zeit angepasst haben, kommen Sie zu ungeahnten Erfahrungen. Und finden so leicht und unbeschwert Antworten durch Ihre Gedanken und Gefühle.

»Verschieberitis« oder Prokrastination

Wir neigen oftmals dazu, dass wir unangenehme Tätigkeiten – wie das Lernen für Prüfungen, das Erledigen der Steuererklärung oder das Öffnen vermeintlich schlimmer Briefe, das ständige Zuspätkommen zu Terminen, etc. – lieber „aufschieben“ als sie sofort zu erledigen.
Manchmal kann dieses Aufschieben ein solches Ausmaß annehmen, dass wir erheblich darunter leiden und uns innerlich ständig unter Druck gesetzt fühlen.

Prokrastination, so die wissenschaftliche Bezeichnung, ist zwar in vielen Fällen ähnlich, aber es gibt verschiedene prokrastinationsfördernde Faktoren:
Probleme in der Prioritätensetzung, mangelnde oder unrealistische Planung, Schwierigkeiten in der Abgrenzung gegen alternative Handlungstendenzen,
Defizite im Zeitmanagement oder in der Konzentrationsfähigkeit,
Abneigung gegen die Aufgabe, Angst vor Versagen oder Kritik,
Fehleinschätzungen der Aufgabe oder der eigenen Anstrengungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit.
Wer aber wirklich produktiv sein möchte, sollte sich seinen „fördernden Faktoren“ bewusst werden und mit den Ausreden endgültig Schluss machen.

Wenn Du Lust und Laune hast, beim nächsten „Beobachtungs-Event“, dabei zu sein, dann melde Dich hier an. Der Event findet einmal pro Quartal kostenfrei statt.

Wir freuen uns, wenn Du uns schreibst, wie Dir die Pferdesequenz gefallen hat oder
was Dir im Zusammenhang mit dem Thema Pferd und/oder
zu unseren anderen Rubriken ein- oder auffällt!